header_tblogo (6K) header_hoclogo (2K)
Dipl.-Ing. Christian Holler
Ingenieurbüro für
Kulturtechnik und Wasserwirtschaft,
Natur- und Landschaftsschutz

Flusskrebsmanagement im Burgenland

2009-2011

Auftraggeber: Naturschutzbund Burgenland - im Rahmen der "Sonstigen Maßnahmen der Ländlichen Entwicklung", finanziert über LEADER+

In den Jahren 2003-06 wurde im Auftrag der Burgenländischen Landesregierung die Flusskrebserhebung in den Fließgewässern des Burgenlandes durchgeführt (vergl. HOLLER 2006). Darauf aufbauend wurde ein Artenschutzkonzept für die heimischen Flusskrebse ausgearbeitet (vergl. HOLLER 2007). Es liegt damit ein flächendeckendes Schutzkonzept mit gewässerabschnittsbezogenen Maßnahmenvorschlägen für Schutz- und Management vor. Im Rahmen des gegenständlichen Projekts werden aufbauend auf dem Artenschutzkonzept, Managementmaßnahmen für die heimischen Flusskrebse in Kooperation mit den Fischereiberechtigten bzw. - ausübenden durchgeführt. Im Zentrum steht hierbei der Schutz der Restbestände heimischer Flusskrebse in den Oberläufen der Fließgewässer. Das Projekt umfasst den Aufbau einer Kooperation mit den Fischereiberechtigten bzw. -ausübenden in den jeweiligen Gebieten und deren Aufklärung vor Ort, die Entwicklung eines spezifischen Umsetzungsplanes im jeweiligen Gebiet, die Umsetzung der Maßnahmen mit den Fischern und die Dokumentation der Bestandsentwicklung und der Maßnahmenumsetzung. Das Hauptaugenmerk liegt beim Edelkrebs (Astacus astacus), der früher über das gesamte Burgenland verbreitet und die wichtigste heimische Flusskrebsart war. Sein Vorkommen beschränkt sich heute auf einige Rückzugsgebiete in den Gewässeroberläufen, darüber hinaus kommt die Art vereinzelt in Teichanlagen vor.

Edelkrebs (Astacus astacus):

projekt_w22_1 (36K)

Der eingeschleppte nordamerikanische Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus) kommt mittlerweile verbreitet in den Fließgewässern und Teichanlagen des Burgenlandes vor. Auf Grund der vorliegenden Untersuchungsergebnisse ist davon auszugehen, dass alle Signalkrebsvorkommen mit dem Erreger der Krebspest durchseucht sind. Selbst wenn die Krebspest nicht ausbrechen würde, verdrängt der Signalkrebs mittelfristig die heimischen Arten auf Grund seiner hohen Konkurrenzkraft. Kennzeichnend ist, dass die Vorkommen von Signalkrebsen und heimischen Flusskrebsen (Edelkrebs, Steinkrebs, Europäischer Sumpfkrebs) geografisch eng benachbart sind. Somit kommt der Verhinderung der selbsttätigen Ausbreitung bzw. der aktiven Verschleppung des Signalkrebses, und damit gleichzeitig der Krebspest, höchste Priorität zu. In Gebieten wo heute noch heimische Flusskrebsarten vorkommen, müssen gemeinsam mit der Fischerei und den Teichbesitzern Maßnahmen zum Schutz vor Einschleppung exotischer Arten und der Krebspest ergriffen werden. Voraussetzung dafür ist jedenfalls eine gezielte Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit. In Gebieten in denen der Signalkrebs vorkommt, ist die wichtigste Maßnahme eine massive Befischung und Entnahme der Tiere, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Voraussetzung dafür ist, dass die Fischer sicher zwischen den einzelnen Arten unterscheiden können, was wiederum eine entsprechende Aufklärung voraussetzt.

Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus):

projekt_w22_2 (28K)