header_tblogo (6K) header_hoclogo (2K)
Dipl.-Ing. Christian Holler
Ingenieurbüro für
Kulturtechnik und Wasserwirtschaft,
Natur- und Landschaftsschutz

Die Bedeutung der Restwasserfrage für die Bewirtschaftung von Einzugsgebieten

1999

Beitrag zur internationalen Tagung "Problemkreis Pflichtwasserabgabe" der Umweltanwaltschaft Stmk., Euronatur Österr. und Univ. f. Bodenkultur

Im Tagungsbeitrag wird eine Methode vorgestellt mit der die erforderlichen Restwassermengen in den Oberflächengewässern eines Einzugsgebietes festgelegt werden können. Die Methodik wurde im Zuge der Erstellung des Wasserwirtschaftlichen Rahmenplanes für das Traisental entwickelt und angewendet.

Die üblichen Ansätze zur Ermittlung der Restwassermengen beziehen sich auf die "klassische" Restwasserproblematik wie sie bei der Wasserkraftnutzung auftritt. Kennzeichnend ist hierbei, daß eine Abfolge von Restwasserstrecken mit dazwischen liegenden intakten Fließstrecken entsteht. Diese intakten Fließstrecken haben eine wesentliche ökologische Funktion, sie sind Rückzugs- und Regenerationsbereiche. Im Austausch mit diesen Bereichen kann auch die ökologische Funktionsfähigkeit in den Restwasserstrecken aufrechterhalten werden, wenn eine gewisse Restwasserführung gewährleistet ist.

Ein anderer Ansatz zur Ermittlung der Restwassermengen ist erforderlich, wenn Wasser aus dem Einzugsgebiet ausgeleitet wird ("Gebietsentnahme"), ebenso wenn das nutzbare Dargebot eines Einzugsgebietes ermittelt wird, also die Frage zu beantworten ist, wieviel Wasser dem gesamten Einzugsgebiet aus ökologischer Sicht maximal entnommen werden kann.

Im Extremfall wird hierbei der gesamte Fluß zur Restwasserstrecke. Es verbleiben keine Regenerationsbereiche mit natürlicher Wasserführung. Daher müssen für diesen Fall größere Restwassermengen sichergestellt werden als im Fall der klassischen Restwasserproblematik.

Grundforderung ist, daß der natürliche Gewässertyp im wesentlichen erhalten bleiben soll. Dies ist der Fall, wenn die Entnahme im natürlichen Schwankungsbereich des Abflusses liegt. Die erforderliche Restwasserführung wird daher bei der vorgestellten Methode in Abhängigkeit von der Schwankung der Mittelwasserführung festgelegt.

Mitautor: DI T. Telegdy, Wien;